TOTEM auf dem Platz
Die totemartige Struktur, die im Rahmen der Crystal Valley Week 2026 auf dem E.-Beneš-Platz zu sehen ist, verbindet die archetypische Symbolik von Schichtung, Orientierung und der Beziehung zwischen Mensch und Ort mit der Schmucktradition von Jablonec. Die vertikale Komposition des Totems spielt auf die vielschichtige Geschichte an, die dazu führte, dass sich der Schmuck aus Jablonec zu einem weltweiten Phänomen entwickelte. Es ist nicht nur den Glasperlen oder dem industriellen Erbe des Isergebirges gewidmet, sondern wurde vor allem aus Respekt vor der lokalen Handwerkergemeinschaft, unseren Vorfahren, geschaffen. Auf diese Weise erhält das Totem die Bedeutung eines kulturellen Symbols und Bewahrers ihrer Geschichte. Gleichzeitig erinnert es jedoch an das globale Handelsnetzwerk, in dem sich die lokale Handwerkskunst zu einer internationalen Sprache aus Formen, Farben und Materialien entwickelt hat.
Die Totem-Skulptur entstand im Rahmen des Förderprojekts „Auf der Suche nach dem Geist des Schmucks“, das im neu gegründeten Kunstatelier R. S. L. (Reakční studio Lavinia) durchgeführt wurde. Dabei handelt es sich um eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, die das Kunstatelier in Jablonec (R. A. Chocholoušová) mit dem Bildhaueratelier in Hořice (Bronislav Fiutowski) verbindet. Instagram: R.S.L., Website: www.chocholousova.com
R. A. Chocholoušová (*1979)
In ihrer Arbeit beschäftigt sich Radka Anna mit Fotografie, Videokunst, Malerei, dem Objekt und deren Wechselbeziehungen. Derzeit promoviert sie an der Fakultät für Kunst und Architektur der Technischen Universität Liberec (TUL). Sie ist Absolventin der Fakultät für Bildende Künste in Brünn, wo sie im Atelier „Umwelt“ (Doc. ak. mal. Vladimír Merta) studierte; ihren Bachelorabschluss erwarb sie an der Fakultät für Angewandte Kunst und Design in Ústí nad Labem im Atelier „Natürliche Materialien“ (Prof. Jaroslav Prášil, akademischer Maler). Sie leitet Einzelkurse zur Förderung künstlerischer Fähigkeiten. Seit langem beschäftigt sie sich mit Übergangsriten im Zusammenhang mit nicht-invasiven Tätowierungen – der rituellen Verzierung des Körpers. Sie arbeitet mit Ornamenten als metaphysischem Schmuck. In ihrer Doktorarbeit untersucht sie den Raum zwischen der Evokation und der Verwirklichung eines Objekts.
Bronislav Fiutowski (*1971)
Bronislav Fiutowski ist ein Bildhauer mit langjähriger Erfahrung in der Schaffung skulpturaler Objekte und deren Restaurierung. Derzeit ist er als Bildhauermeister an der Bildhauerschule in Hořice tätig, wo er sein Fachwissen an die jüngere Generation von Künstlern und Kunsthandwerkern weitergibt. Seine Arbeit basiert auf einem fundierten Verständnis von Materialien, Technik und traditionellen Bildhauertechniken. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Werken im öffentlichen Raum und auf der Transformation vertrauter Formen in eigenständige künstlerische Aussagen. In seinen Werken untersucht er häufig die Beziehung zwischen dem menschlichen Maßstab, der Funktion eines Objekts und dessen symbolischer Bedeutung. Er zeichnet sich durch einen sensiblen Umgang mit Proportionen, Monumentalität und den Ausdrucksmöglichkeiten der Materialien aus. In seinem Atelier setzt er zudem Wasserstrahltechnologie ein, die die Möglichkeiten zur präzisen Formgebung und Bearbeitung verschiedener Materialien erweitert.
Sponsoren: INZA Rohoznice s.r.o., Kamenosochařství Tomáš Hála, Dubenecký pískovec s.r.o., BESTA-Berný s.r.o. Hořice, Technische Universität Liberec (FUA TUL), die Familie Šenfeld